Der Einfluss der Umwicklungsmethode
auf die akustischen Eigenschaften einer Gitarrensaite



Das Besondere an den Gitarrensaiten Finncorde Classical ist der in der Herstellung verwendete speziell vorgespannte Nylonkern. Um die Bedeutung dieser Neuerung zu verstehen, ist es zuerst notwendig über einige grundlegende Informationen Bescheid zu wissen. Die Basssaiten (E6, A5, D4) für eine klassische Konzertgitarre bestehen aus einem Kern, meistens aus Nylonmultifilament, das mit einem Metalldraht umwickelt wird. Beim Bespannen solch einer Saite auf eine Gitarre passiert Folgendes: die Masse, d.h. die Umwicklung, verteilt sich unregelmäßig (vgl. Bild 1).


Dabei entstehen in der Umwicklung ungleichmäßige Zwischenräume, die einen negativen Einfluss auf den Ton haben. Die Elastizität des Nylonkernes und dessen Auswirkungen auf die Umwicklung bleibt bei der oben beschriebenen herkömmlichen Herstellungsmethode der Saiten unberücksichtigt. Das bedeutet, wenn ein Gitarrist eine neue Saite auf die richtige Tonlage stimmt, verursacht die Elastizität des Multifilamentkerns, trotz der einwandfreien Umwicklung in der Herstellungsphase, eine ungleichmäßige Verteilung der Masse. Die akustischen Eigenschaften solch einer Saite können unmöglich vollkommen sein.



Aus diesem Grund ist es vor allem wichtig in der Herstellungsmethode auf die tatsächliche Spannung der Saiten nach dem Bespannen auf eine Gitarre zu achten. Bei der Untersuchung von Saiten verschiedener Hersteller, hat Finncorde festgestellt, dass die Elastizität des Kernes oftmals viel zu hoch ist. Aufgrund dessen dehnt sich die Saite beim Bespannen auf ein Instrument zu viel, wodurch in der Umwicklung große und unregelmäßige Zwischenräume entstehen.



Das Schlüsselwort von Finncorde für die Lösung des Problems heißt "Pretensioned", auf Deutsch "vorgespannt". Dadurch erreicht man eine genaue Verteilung der Masse, das heißt eine gleichmäßige und exakte Verteilung der mikrometer großen Zwischenräume in der Umwicklung nach dem Bespannen auf eine Gitarre (vgl. Bild 2).


In dem Herstellungsverfahren bedeutet dies, dass die von Finncorde entwickelte Fertigungsmaschine den Kern zuerst für mehrere Minuten vor dem eigentlichen Umwickeln vorspannt und auch während des Umwicklungsprozesses jeder einzelne umwickelte Zentimeter auf ein gleichbleibendes genau bestimmtes Gewicht gespannt wird.



Durch diese neue Herstellungsmethode von Finncorde werden mehrere Vorteile erreicht: zum einen ein optimaler, langer Nachklang des Tones und zum anderen die Befreiung der Saite von zu hoher Elastizität, wodurch diese Saite die Stimmung länger behält und langsamer altert, das heißt, an Klang verliert. Die Alterung einer Saite wird durch unregelmäßige Zwischenräume in der Umwicklung verursacht. Saiten, die nicht mit einem vorgespannten Kern hergestellt werden, verlieren schnell an Klang, nicht selten schon einige Stunden nach dem Stimmen. Nach ein Paar Wochen müssen sie oft gewechselt werden. Durch die Vorspannung des Kernes wird die Lebensdauer einer Saite wesentlich verlängert.


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